Wir verwenden den FRAX-Algorithmus (Fracture Risk Assessment Tool) in der österreichspezifischen Version zur Berechnung der 10-Jahres-Wahrscheinlichkeit für:
- Major Osteoporotic Fractures (MOF): Klinisch manifeste Wirbelkörperfrakturen, hüftnahe Frakturen, proximale Humerusfrakturen und distale Radiusfrakturen.
- Hüftfrakturen: Das Risiko für hüftnahe Frakturen wird gesondert berechnet.
Für die Zuordnung zu einer FRAX-Risikokategorie ist die höhere 10-Jahres Frakturwahrscheinlichkeit (MOF oder Hüfte) heranzuziehen.
Die österreichspezifischen Therapieschwellen sind an das Risiko einer Frau gleichen Alters mit einer prävalenten Wirbelkörperfraktur angelehnt. Die Schwelle zum sehr hohen Risiko liegt 60% über der Interventionsschwelle.
Ihre individuelle Risikobewertung:
Absolutes Frakturrisiko:
Mehr als nur Knochendichte Im Balance Institut verstehen wir, dass die Beurteilung Ihrer Knochengesundheit mehr erfordert als nur die Messung der Knochendichte. Deshalb legen wir großen Wert auf die Berechnung Ihres absoluten Frakturrisikos. Dies bedeutet, dass wir nicht nur die Knochendichte, sondern auch andere wichtige Faktoren berücksichtigen, um Ihre individuelle Wahrscheinlichkeit für Knochenbrüche in den nächsten 10 Jahren zu bestimmen.
FRAX®:
Der Goldstandard zur Risikoberechnung Wir verwenden FRAX® (Fracture Risk Assessment Tool), das weltweit anerkannte Instrument zur Berechnung des 10-Jahres-Frakturrisikos. FRAX® wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickelt und berücksichtigt eine Vielzahl von Risikofaktoren, darunter:
- Alter
- Geschlecht
- Knochendichte (KMD)
- Frühere Frakturen
- Familiäre Vorgeschichte von Hüftfrakturen
- Rauchen
- Glukokortikoidtherapie
- Rheumatoide Arthritis
- Sekundäre Osteoporose
- Alkoholkonsum
Warum ist das absolute Frakturrisiko wichtig?
Die Berechnung des absoluten Frakturrisikos ermöglicht es uns, Ihre individuelle Situation besser einzuschätzen und eine maßgeschneiderte Therapie zu empfehlen. Dies ist besonders wichtig, da einige Personen mit einer "normalen" Knochendichte dennoch ein erhöhtes Frakturrisiko haben können, während andere mit einer niedrigen Knochendichte möglicherweise ein geringeres Risiko haben.
Im Balance Institut nehmen wir uns Zeit, um Ihre individuellen Risikofaktoren zu bewerten.
Weitere wichtige Aspekte der Risikobewertung:
- Anpassung der Risikobewertung:
Wir berücksichtigen, dass bestimmte Faktoren die individuelle Frakturwahrscheinlichkeit beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise kürzliche (weniger als 24 Monate) oder mehrere osteoporotische Frakturen (MOF), sehr niedrige T-Scores (≤ -3,5) oder das Vorhandensein mehrerer klinischer Risikofaktoren. In solchen Fällen kann eine Anpassung der Risikobewertung erforderlich sein, um das tatsächliche Risiko genauer widerzuspiegeln. - Interventionsschwellen:
Die Entscheidung, ob eine Osteoporose-Behandlung eingeleitet werden sollte, basiert auf der Risikobewertung und der individuellen Situation des Patienten. Wir verwenden die österreichischen Interventionsschwellen, die auf der Grundlage des FRAX®-Tools festgelegt wurden. Diese Schwellenwerte berücksichtigen das Alter und das Geschlecht des Patienten sowie andere Risikofaktoren. - Österreichische Leitlinien:
Wir halten uns an die aktuellen österreichischen Osteoporose-Leitlinien, um eine optimale Versorgung unserer Patienten zu gewährleisten. Unsere Befundberichte enthalten daher stets Verweise auf die österreichische Version des FRAX®-Tools und die entsprechenden Therapieschwellen. - Individuelle Therapieentscheidung:
Die Entscheidung für eine bestimmte Therapie erfolgt durch den zuweisenden Arzt unter Berücksichtigung des individuellen Risikoprofils, der Präferenzen des Patienten und möglicher Kontraindikationen. Bei sehr hohem Frakturrisiko, insbesondere nach kürzlich erlittenen Frakturen, kann eine primäre osteoanabole Therapie (Knochenaufbau) durch einen Spezialisten in Erwägung gezogen werden. - Lebensstiloptimierung:
Auch bei niedrigem Frakturrisiko empfehlen wir Maßnahmen zur Lebensstiloptimierung, wie z.B. eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Stürzen.
Die Interventionsschwellen sind altersabhängig und ab dem 70. Lebensjahr gibt es eine fixe Schwelle.
Die Zuordnung zu den Risikokategorien (niedrig, hoch, sehr hoch) erfolgt sowohl für Männer als auch für Frauen unter Verwendung der österreichischen Schwellenwerte.
Eine spezifische medikamentöse Therapie ist indiziert bei:
- Erreichen der Therapieschwelle im FRAX-Score.
- Erreichen der Interventionsschwelle (ggf. primär osteoanabole Therapie bei sehr hohem Risiko).
- Vorliegen signifikanter Risikofaktoren:
- Kürzliche Fragilitätsfraktur (< 24 Monate).
- ≥ 2 Fragilitätsfrakturen (unabhängig vom Zeitpunkt).
- T-Score ≤ -3,5 SD.
