Welche Patienten sollten zur Knochendichtemessung überwiesen werden?
Grundsätzlich sollten Patienten mit erhöhtem Frakturrisiko überwiesen werden. Dazu gehören:
- Frauen ab 65 Jahren und Männer ab 70 Jahren.
- Postmenopausale Frauen und Männer ≥ 50 Jahre mit Risikofaktoren (
- Patienten mit Fragilitätsfrakturen.
- Patienten mit Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme, die mit einem erhöhten Osteoporoserisiko einhergehen (siehe Liste der sekundären Osteoporose-Ursachen im Haupttext).
- Patienten mit Verdacht auf Wirbelkörperfrakturen.
Wie oft sollte die Knochendichtemessung wiederholt werden?
Die Häufigkeit der Kontrollmessungen richtet sich nach der individuellen Risikokonstellation und dem Ansprechen auf eine Therapie.
- Ohne spezifische Therapie: Die Wiederholungshäufigkeit orientiert sich an der Ausgangsknochendichte und der Wahrscheinlichkeit, die Interventionsschwelle zu überschreiten.
- Bei einer Änderung des T-Scores um 0,5, die therapierelevant ist, sollte eine Kontrollmessung nach einem Jahr erfolgen.
- Unter antiresorptiver Therapie: Kontrollen können je nach Verlauf und in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, wobei Knochenumsatzmarker zur Therapieüberwachung herangezogen werden können.
Was ist der Unterschied zwischen T-Score und Z-Score?
- T-Score: Vergleicht die Knochendichte des Patienten mit der durchschnittlichen Knochendichte junger, gesunder Erwachsener gleichen Geschlechts. Er ist der entscheidende Wert für die Diagnose einer Osteoporose (T-Score ≤ -2,5).
- Z-Score: Vergleicht die Knochendichte des Patienten mit der durchschnittlichen Knochendichte von Personen gleichen Alters und Geschlechts. Er kann Hinweise auf eine sekundäre Osteoporose geben, wenn er deutlich unter dem altersentsprechenden Durchschnitt liegt.
Was bedeutet der Trabecular Bone Score (TBS)?
Der TBS ist ein Texturparameter, der aus dem DXA-Bild der Lendenwirbelsäule abgeleitet wird. Er gibt indirekt Auskunft über die Mikroarchitektur des Knochens und ergänzt die Information der Knochendichtemessung. Ein niedriger TBS-Wert weist auf eine gestörte Mikroarchitektur hin und ist mit einem erhöhten Frakturrisiko assoziiert, auch unabhängig von der Knochendichte. Der TBS hilft insbesondere, falsch hohe Knochendichtewerte bei degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule zu korrigieren.
Wann ist ein Wirbelsäulen-Röntgen zusätzlich zur DXA-Messung erforderlich?
Ein WS-Röntgen ist indiziert bei:
- deutliche Diskrepanz der T-Scores
- Verdacht auf WK-Fraktur
- Keilwirbel, Skoliose, hohes Sturzrisiko
Wie wird das Frakturrisiko berechnet?
Wir verwenden die österreichspezifische Version des FRAX-Tools (Fracture Risk Assessment Tool). Es berechnet die 10-Jahres-Wahrscheinlichkeit für Major Osteoporotic Fractures (MOF) und Hüftfrakturen, basierend auf individuellen Risikofaktoren und der Knochendichte (optional).
Was sind Knochenumbaumarker, und wann werden sie eingesetzt?
Knochenumbaumarker sind Substanzen im Blut oder Urin, die die Aktivität von Knochenaufbau (Osteoblasten) und Knochenabbau (Osteoklasten) widerspiegeln. Sie können in folgenden Situationen hilfreich sein:
- Therapiemonitoring: Unter antiresorptiver Therapie zeigen sie oft schon nach 3-6 Monaten eine signifikante Veränderung.
- Nach Absetzen einer antiresorptiven Therapie: Ein Anstieg der Marker kann auf ein erhöhtes Frakturrisiko hinweisen.
- In bestimmten Situationen: Zur besseren Einschätzung des Frakturrisikos.
- Cave: Marker sind immer im Verlauf zu beurteilen. Ein einzelner Wert hat wenig Aussagekraft
Wie kann ich einen Patienten an Ihr Institut überweisen?
Sie können uns Patienten gerne überweisen. Kontaktieren Sie uns telefonisch unter 0512 - 58 46 58 oder per E-Mail unter office@balance-tirol.at zur Terminvereinbarung.
Werden die Kosten für die Untersuchung von der Krankenkasse übernommen?
Bitte klären sie diese Frage mit der zuständigen Krankenkasse.
